Halten Regen, Schnee oder starker Wind dich davon ab, deine Fotografie-Leidenschaft auszuleben? Nicht immer herrscht ideales Wetter zum Fotografieren, aber mit ein paar kleinen Tricks bekommst du immer schöne Fotos wenn du draußen unterwegs bist. Worauf du dabei achten musst, erklären wir dir in diesem Ratgeber.

Fotografie Grundlagen

Der Begriff Fotografie beinhaltet vielerlei Aspekte, über die man Bescheid wissen muss, um die Basis für gute Bilder zu legen. Im Folgenden werden dir die wichtigsten Dinge näher gebracht, die du über die Fotografie und deine Kamera wissen solltest.

Blende

Für die Regelung der Öffnung des Objektivs ist die Blende verantwortlich. Sie bestimmt wie viel Licht auf den Sensor fällt. Die Blendenzahl steht nach einem kleinen f/.

Je größer die Blendenzahl, desto weiter ist die Blende geöffnet, desto mehr Licht fällt also auf den Sensor!

Die Blendenzahl bestimmt neben dem Lichteinfall auch die Tiefenschärfe der Kamera beziehungsweise des Objektivköchers. Je kleiner nämlich die Blendenzahl, desto weniger Tiefenschärfe hat das Bild, das heißt der Hintergrund ist unschärfer als bei einer größeren Blendenzahl.

Verschlusszeit

Die Verschlusszeit bestimmt wie lange der Verschluss deiner Kamera geöffnet bleibt. Hier solltest du darauf achten, bei sich schnell bewegenden Motiven, zum Beispiel beim Pferderennen, eine kurze Verschlusszeit einzustellen.

Gegenlichtblende

Nicht wenig wird von Objektiven erwartet. Gut abbilden und schneller fokussieren sollen sie. Neue Antriebstechniken versprechen immer mehr. (Foto: Saifulmulia / pixabay.de)

Brennweite

Die Brennweite beschreibt die Entfernung zwischen dem Objektiv und dem Film. Sie definiert wie groß der Bildausschnitt ist, der auf dem Kamerabildschirm abgebildet wird. Eine kurze Brennweite bedeutet hierbei einen großen Bildausschnitt.

Die Brennweite solltest du ganz nach deinen Vorlieben und deinem Schwerpunkt bestimmen. Oft wird auch auf Objektive mit variablen Brennweiten, also auf Zoom-Objektive, zugegriffen.

ISO

ISO steht für ‚International Standard Organisation‘und charakterisiert die Lichtempfindlichkeit deines Kamerasensors. Mit der Erhöhung deines ISO-Wertes machst du deine Kamera „lichtempfindlicher“, das heißt der Sensor deiner Kamera kann mehr Licht aufnehmen.

Das klingt fast so als ob man den ISO-Wert doch so weit hochstellen könnte wie man möchte, wenn man schlechte Lichtverhältnisse hat. Dieser Gedanke ist zwar ganz nett, aber leider nicht möglich. Denn je höher der ISO-Wert, desto größer das Bildrauschen. Wann die Fotos anfangen zu rauschen ist jeweils abhängig von der Qualität deiner Kamera.

Autofokus

Hier musst du wissen, dass zwischen Kontrast-Autofokus und Phasen-Autofokus unterschieden wird. Letzteres wird bei Spiegelreflexkameras genutzt und der Kontrast-Autofokus ist eher bei Kompaktkameras vorhanden.

Bei Phasen-Autofokus wird mit nur einer Messung schon erkannt, wohin der Fokussiermotor im Objektiv laufen soll, während bei der Kontrastmessung die Fokuselemente im Objektiv so lange hin-und herbewegt werden müssen, bis der optimale Kontrast und die maximale Schärfe erreicht sind.

Tipps für Outdoorfotografie

Möchtest du auch draußen gute Fotos machen aber weißt nur nicht worauf du achten sollst? Hier sind einige Tipps und Tricks für dich!

Erst einmal solltest du die Kamera finden, die zu dir passt. Da du eventuell längere Zeit unterwegs sein wirst, empfiehlt es sich auf das Gewicht der Kamera besonders Acht zu geben. Auch deine Kameraausrüstung sollte klein, leicht und handgreiflich sein.

Kompaktkameras sind kleiner und viel leichter vom Gewicht her als Spiegelreflexkameras. Auch haben sie mittlerweile eine sehr gute Bildqualität erreicht.

Genauso leicht und handlich sind spiegellose Systemkameras. Sie haben den besonderen Vorteil, dass das Objektiv auswechselbar und die Bildqualität dem DSLR-Niveau sehr nah ist. Solltest du dich für eine Spiegelreflexkamera entscheiden: Achte auf jeden Fall darauf, dass die Kamera nicht so schwer ist und investiere mehr in die Objektive als in die Kamera selbst.

Landschaftsfotografie

Beim Fotoschießen draußen gibt es unterschiedliche Dinge, die du zu beachten hast. Vor allem ist die Landschaftsfotografie die schwierigste unter den Outdoorshootings. Hier einige wichtige Hinweise dazu:

  • Berücksichtige, dass du Unnötiges und hässlich Aussehendes nicht in dein Bild mit aufnimmst. Lasse Stromleitungen, Zäune und Menschengruppen weg!
  • Deinen Vorder- und Hintergrund solltest du gut einstellen. Fokus spielt hierbei eine sehr bedeutende Rolle. Indem du Blumen, Bäume und anderes in den Fokus stellst, verhinderst du, dass dein Bild „langweilig“ aussieht.
  • Als guter Fotograf musst du auch andere außergewöhnliche Blickwinkel als nur den aus der Augenhöhe ausprobieren. Lege hierzu die Kamera mal auf den Boden oder auf einen Fels. Achte natürlich dabei darauf, dass deine Kamera nicht beschädigt wird.
  • Wenn du schon mal draußen bist, solltest du Spiegelungen gut nutzen! Besonders Seen oder große Pfützen eignen sich optimal dafür.
  • Da du draußen nicht immer die Möglichkeit haben wirst deine Kamera ans Stromnetz zu schließen, empfiehlt sich eine mobile Akkuladestation, wenn du vorhast, viel und lange zu fotografieren.
  • Schade ist es auch, wenn du den besten Blickwinkel gefunden hast, aber dein Speicher voll ist. Nimm, wenn du Outdoor unterwegs bist, immer eine kleine externe Festplatte oder zumindest mehr als eine Speicherkarte mit!

Fotografieren bei schlechtem Wetter

Die Leidenschaft des Fotografierens lässt sich nicht nur auf sonniges Wetter beschränken. Gerade wenn es gewittrig, der Himmel düster wird und nur wenig Licht vorhanden ist, können besonders gute Fotos zustande kommen.

Aufgrund spärlicher Lichtverhältnisse werden einzelne Objekte oder Motive gleichmäßig beleuchtet, sodass speziell bei nicht normalen und optimalen Witterungsbedingungen die eigenartigsten aber auch schönsten Bilder entstehen.

Durch Spiegelungen auf nassen Straßen oder Pfützen zum Beispiel kannst du den Regen sehr gut abbilden. Auch bewirkt die klare Luft nach dem Regen die Intensivierung der Farben auf Bildern. Insbesondere bei Detail-Fotos kannst du den Fokus auf Regentropfen legen und somit beispielsweise Pflanzen oder Blumen mal anders darstellen.

Wie sieht eine Schlechtwetter – Ausrüstung aus?

Zunächst ist es bei Regen und Schnee selbstverständlich besonders wichtig, dass die Kameraelektronik vor Nässe geschützt wird. Hierfür solltest du als erfahrener Fotograf über einen wasserdichten Fotorucksack verfügen und auch darauf achten, dass deine Tasche praktisch ist, sodass du nicht alles übereinander gestapelt hineinlegst und alles ausräumen musst, wenn du nur ein bestimmtes Teil brauchst.

Auf jeden Fall solltest du neben einem weichen Objektivtuch für die Linse ein Hand- oder Geschirrtuch mit dir haben, um die Ausrüstung, das Gehäuse und anderes zu trocknen.

Um den unnötigen Lichteinfall zu minimieren, ist es sinnvoll eine Streulichtblendeaufzusetzen. Diese Blende lässt sich auch gut zum Schutz vor Regen benutzen. Mit der ISO-Einstellung kann die Belichtung optimiert werden, indem du den Blendenwert und die Verschlusszeit gut aufeinander abstimmst. Um die Lichtempfindlichkeit gut einstellen zu können, ist die Nutzung eines Stativsvon Vorteil.

Ein anderer Aspekt wäre die Handhabung von Spiegelungen auf glatten Oberflächen. Diese unerwünschten Reflexionen lassen sich mit einem Polarisationsfilterbeseitigen. Dieser verhindert störende Lichtquellen und minimiert somit Spiegelungen.

Natürlich darfst du dich selbst als Fotografen nicht vergessen. Auch du solltest wasserdicht angezogen sein und eine Thermosflasche mit warmem Tee oder Kaffee wäre gar nicht mal so schlecht.

Welche Kameraeinstellungen sind für schlechtes Wetter geeignet?

Der ISO-Wertsteht für die Lichtempfindlichkeit des Sensors. Je höher der Wert, desto größer die Lichtempfindlichkeit und schlechter die Bildqualität. Wenn du mit einem Stativ fotografierst, ist es meist nicht nötig den ISO-Wert zu erhöhen, kann aber durchaus sinnvoll sein. Da der ISO-Wert auch in positivem Bezug zum Bildrauschen steht, musst du vorsichtig damit umgehen.

Nebel

Achte bei Neben und schlechtem Licht genau auf den ISO-Wert und probiere einfach mehrmals den gleichen Bildausschnitt mit mehreren Werten aus, um zu sehen, welche Effekte auftreten. Bildquelle: Pixabay.com / LUM3N

Wenn du ohne Stativ unterwegs bist, und sehr oft bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen fotografierst, ist es durchaus sinnvoll den ISO-Wert auf Automatik einzustellen und die Grenzbereiche festzulegen.

Durch Überbelichtung einzelner Motive kannst du auch den Regenwetter-Bildern einen angenehmen Touch geben. Die Belichtung auf automatisch zu stellen, wäre bei schlechtem Wetter nicht sehr schlau. Am besten ist es eine Belichtungsreihe zu erstellen, um die beste und geeignetste Belichtung zu finden.

Außerdem solltest du, falls deine Kamera über die Einstellung RAW-Formatverfügt, auf jeden Fall davon Gebrauch machen. Dank dieser Funktion kannst du nämlich deine Bilder nachträglich am Computer besser bearbeiten und speziell auch mit der Farbtemperaturdes Bildes enorme Verbesserungen durchführen.

Weitere Tipps und Tricks: Was tun bei Regen?

Eine nicht zu unterschätzende Herausforderung bei Regen ist der Wechsel des Objektivs. Hier musst du besonders Acht darauf geben, dass es weder in die Kamera noch in das Objektiv hineinregnet oder -schneit.

Wenn du dein Objektiv wechseln musst: Kehre deinen Rücken dem Wind zu und beuge dich leicht über die Kamera.

Wenn es mal vorkommen sollte, dass doch einige Tropfen in das Innere der Kamera gelangen: Auf der Rückseite der Frontlinse kannst du sie sehr vorsichtig mit einem Tuch entfernen. Schwierig wird es allerdings im Spiegelkasten. Wird der Spiegel verstellt, funktionieren wichtige Einstellungen wie der Autofokus der Kamera nicht mehr. Also reinige die Kamera hier nicht selbst und gib sie zum  professionellen Service.

Fazit

Outdoorshootings sind die aufregendste Art von Fotografien für fast jeden (Hobby-)Fotografen. Hierzu solltest du aber auf wichtige Dinge achten, damit deine investierte Zeit unter Sonne, Regen oder Schnee sich auch lohnt und du am Ende schöne Ergebnisse hast. Rüste deine Kamera gut auf (Blitzgerät, Gegenlichtblende etc.) mache dich mit den möglichen Einstellungen und Grundlagen vertraut und wage dich in die Natur!

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.prophoto-online.de/fotopraxis/fotografieren-im-regen-wind-und-schnee-10007563

[2] https://www.22places.de/fotografie-grundlagen/

[3] http://www.wepreserve.eu/autofokus-der-unterschied-zwischen-kontrast-und-phasenerkennung/

[4] https://www.bergleben.de/news/a/606378/besser-fotografieren–zehn-tipps-f%C3%BCr-bessere-outdoor-fotos

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Redaktion

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